Wald unter Druck: Forscher lancieren Plattform für Norden Österreichs

Erstellt am 19. Jänner 2023 | 09:44
Lesezeit: 3 Min
Wald Bäume
Symbolbild
Foto: shutterstock.com/nakontur
Mit den Status quo und der möglichen Zukunft des Waldes im Mühl- und Waldviertels sowie den angrenzenden Regionen im Süden Tschechiens hat sich in den vergangenen Jahren ein Forscherteam auseinandergesetzt.
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Die Ergebnisse des EU-geförderten Projekts hat man nun auf einer Online-Plattform zusammengefasst, die sich an Waldbesitzer, Behörden und die Öffentlichkeit in den zuletzt stark von den Auswirkungen der Klimaveränderungen betroffen Regionen richtet.

Die frei zugängliche, von der Universität für Bodenkultur (Boku) Wien am Donnerstag als "Frühwarnplattform für länderübergreifendes forstliches Risikomanagement" angekündigte Website soll vor allem Wissens- und Informationsaustausch dienen. Entstanden ist sie im grenzüberschreitenden Forschungsprojekt "FORRISK", das Institut für Waldbau der Boku geleitet wurde. Beteiligt war u.a. die Bundesanstalt für Agrarwirtschaft und Bergbauernfragen (BAB) und die Universität MENDELU in Brünn.

In den untersuchten Regionen haben ausbleibender Regen, der deutliche Temperaturanstieg und eine Häufung von Extremwetterereignissen den Wald in den vergangenen Jahren in Bedrängnis gebracht. Gleichzeitig sind die Bedingungen für bekannte Schädlinge und Erreger von Baumkrankheiten besser geworden. Vor allem die "jahrzehntelang forcierte Bewirtschaftung von Fichten- und Kiefernreinbeständen im Kahlschlagsystem zeigt sich in diesem Zusammenhang als ökologisch und ökonomisch sehr risikoanfällig", heißt es. "Durch die extrem trockenen und heißen Jahre zwischen 2015 und 2018 haben die Schäden durch Borkenkäfer, vor allem durch den Buchdrucker (Ips typographus) an Fichten, ungeahnte Ausmaße erreicht", so Boku-Forscher Thomas Kirisits.

Auf Versuchsflächen in Forstbetrieben in den Gebieten erlangten die Forscher Erkenntnisse über Wiederaufforstungs- und Waldumbaumaßnahmen. Diese und andere Ergebnisse und Informationen stellt man nun unter https://short.boku.ac.at/forrisk zur Verfügung. Außerdem wurde ein Handbuch erstellt, in dem sich Empfehlungen zum Schutz des Waldes und Perspektiven auf die künftige Bewirtschaftung, Baumartenwahl oder -mischung bei der Aufforstungen sowie Maßnahmen zu Forstverjüngung finden. Statt Monokulturen aus Nadelbäumen auf zunehmend ungünstigen Standorten, sollte in Zukunft auf "klimafitte, resistentere und resilientere Laubbaum- oder gemischte Laub-Nadelbaum-Bestände" gesetzt werden, heißt es.

(S E R V I C E - Homepage zum Forschungsprojekt: www.at-cz.eu/forrisk)

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